Tierasyl Szentgotthárd  2010 - 2014

Im März 2010 besuchten wir zum ersten Mal das „Tierheim“ in Szentgotthárd. Die ersten Eindrücke waren für uns erschreckend und wir beschlossen , hier müssen wir helfen.

Das vorhandene Gebäude war schon zu dieser Zeit sehr renovierungsbedürftig und nur mit ein paar provisorischen Unterkünften für einen ganz kleinen Teil der Hunde ausgestattet. Die wenigen vorhandenen Zwinger auf dem Grundstück waren in einem desolaten Zustand, sowie auch die Hundehütten. Viele Hunde hingen zudem rund um das Grundstück an Ketten,  die nur an Bäumen befestigt waren. Es gab im Tierheim weder fließendes Wasser, noch Strom. Es war klar, hier musste einiges verbessert werden.

Unsere Planung, hier grundlegend alles zu verbessern, scheiterte jedoch immer wieder an Genehmigungen der Stadtverwaltung. Viele Gespräche mit der Stadtverwaltung und den Bürgermeistern  brachten keinen gewünschten Erfolg. Es gab weder die Genehmigung einen Brunnen zu bohren, noch Baugenehmigungen für ein neues Gebäude und befestigte Zwingeranlagen. Uns blieb nichts anderes als auch weiterhin „mobil“ zu bauen. Um jederzeit, falls erforderlich, schnell wieder abbauen zu können.

Dennoch konnten wir einige Verbesserungen in den letzten Jahren herbeiführen. Neue Holzboxen im vorhandenen Gebäude aufstellen, neue Hütten und gespendete Zwingerelemente in der Außenanlage aufbauen, sodass wenigstens 2011 schon ein Teil der Hunde nicht mehr an Ketten hing.

Wir konnten dank unserer vielen Spender jederzeit die Versorgung mit Futter sicherstellen. Die medizinische Versorgung  bei Krankheiten, Verletzungen und notwendigen Operationen war ebenfalls immer gewährleistet. Außerdem haben wir regelmäßig Kastrationen durchgeführt und konnten auch viele Hunde in gute Plätze vermitteln.

2013 kam dann ein junger steirischer Verein hinzu, der auch Hilfe anbot. An sich eine sehr gute Sache wenn alle an einem Strang ziehen. Gemeinsam kann man viel mehr erreichen. Leider waren die Ansichten bei vielen Dingen so verschieden und es war keine sinnvolle Kooperation möglich.  Viele Dinge ließen sich auch nicht  mit unserem Vereinsstatut vereinbaren und konnten in dieser Form nicht akzeptiert werden.

Schweren Herzens hatten wir uns daher Ende des Jahres 2014 entschlossen, uns bis auf Weiteres ganz aus Szentgotthárd  zurückzuziehen. Wir werden die Entwicklung trotzdem im Auge behalten, da uns die Hunde dort sehr am Herzen liegen.

 

Wir danken Zoltán, dem Betreuer in Szentgotthárd, für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihm und den Hunden  von ganzem Herzen weiterhin alles Gute. Zoltáns Wünsche und Ziele für das Tierheim mögen alle in Erfüllung gehen.

 

Besonderer Dank gebührt auch allen Spendern, die uns immer tatkräftig unterstützt haben! Ohne diese Spenden wäre das alles nicht möglich gewesen!

 

Eins der schönsten Happy Ends von Szentgotthárd

Am 16.09.2013 berichtete uns Zoltán von einem Notfall. Am Morgen fand er Vöri schwer verletzt im Zwinger. Es war nicht klar, ob sich Vöri selbst im Zwinger Verletzungen zugezogen oder ob ihn ein anderer Hund gebissen hatte.  Jedenfalls war schnelle Hilfe notwendig, da Vöri bereits völlig apathisch im Zwinger lag.

Wir haben Vöri gleich abgeholt und sofort zu unserem Tierarzt nach Güssing gebracht. Auf der Fahrt dorthin waren wir nicht sicher, lebt er überhaupt noch? Ja, er lebte noch bei der Ankunft. Vöri hatte schon in der Nacht viel Blut verloren, die Wunde war septisch und noch nicht  vorhersehbar wie weit die Sepsis bereits fortgeschritten war. Es folgte eine mehrstündige Operation und Vöris Vorderbein musste leider bis zur Schulter amputiert werden. Die Operation war gut verlaufen, aber banges Warten folgte, es war noch nicht überstanden. Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, endlich die erlösende Nachricht  "Vöri hat es geschafft"!

Vöri wurde dann in einer Pflegestelle untergebracht, damit er sich dort von allen Strapazen erholen kann. Diese Pflegestelle entpuppte sich dann aber als Fixplatz.

Vöri hatte Glück im Unglück! Nichts Schöneres und Besseres konnte passieren.
Auch einen neuen Namen bekam er: aus Vöri wurde Loki!

Am 06.11.2013 schrieb uns sein neues Herrl Philipp:

Loki ... Herr meiner Couch. Ja es ist sein Lieblingsplatz. Die Couch von der er nur sehr widerwillig herunter steigt. Loki hat sich super eingelebt. Die erste Zeit war doch mit etwas Stress verbunden für mich und ihn, aber jetzt geht's uns toll! Er ist ein sehr aufgeweckter junger Hund, er hat noch etwas Probleme mit dem rein sein, aber im großen und ganzen sind die Fortschritte von Loki ein Wahnsinn. Er ist nun etwa 2 Monate bei mir und ohne Leine Gassi gehen ist kein Problem! Andere Hunde und Katzen, jegliche Tiere sind ihm eigentlich egal, er fokussiert sich meist nur auf mich. Ein weiteres Highlight von Loki - er liebt Autofahren. Wenn die Tür vom Auto offen ist, ist sein erster Weg ins Auto, und vor lauter Freude hört sein Schwanz nicht auf zu wedeln. Seine OP hat er auch gut überstanden, und er lernt auch relativ schnell mit seinen 3 Beinen alles zu meistern. Nur ab und an gibt es noch "Hoppalas" die man aber, wegen seinen schnellen Lernerfolgen, nicht wirklich wahr nimmt.

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